Venus scheint in unserem Leben eine absolut untergeordnete Rolle zu spielen, denn sie darf immer erst im Nachhinein, also, nachdem wir unseren sprichwörtlichen Kopf bereits schmerzhaft angeschlagen haben, die am Boden zerschmetterten Scherben, der marsianischen Verwüstung des solar-egomanischen „Mein Wille geschehe” analysierend ordnen, um diese in die beiden gegensätzlichen Töpfchen „passt = Gut” und „passt nicht = Böse” für die heute (Hier) beginnende morgige (Da) Zukunft abzulegen.

In dem die analysierende Venus diesen nachdenkenden Job, ohne zu murren und zur vollsten Zufriedenheit unseres inneren Königs ausübt, kann sie wenigstens ansatzweise im lebendigen EGOSpiel des Menschen in Erscheinung treten, unter dem Motto: „Besser punktuell, als nie!!“

Würden wir Venus in unserem Leben gar keinen Raum zum SEIN anbieten, dann würde in unserem Inneren noch mehr die sprichwörtliche Post abgehen, sodass die Angst vor dem Tod in solch einem Masse ansteigen würde, dass wir kaum mehr in der Lage wären, einen im Ansatz sicheren Schritt in unser geliebtes „Da” machen zu können. Mit anderen Worten ausgedrückt – ohne Venus läuft hier auf der Erde bzw. nach unserer patriarchalen Geburt rein gar nichts, auch wenn unser solarer Quälgeist diese Wahrheit wohl kaum wahr haben will.

Wenn ich an dieser Stelle nachdenkend kurz einen Blick in das planetarische Pendent werfen möchte, dann sie mir bitte verziehen, denn kein anderer Planet hat die Gelehrten des Altertums in seiner mythologischen Interpretation so sehr an der Nase herumgeführt, wie es die Venus noch immer tut.

Auf der realen Venus herrscht eine absolut lebensfeindliche Atmosphäre, nicht nur das Einatmen der schwefelsäurehaltigen Luft würden wir wohl kaum überleben, auch den enormen Treibhauseffekt auf diesem angeblich mit der Liebe und der Schönheit in Verbindung stehenden Planeten würden wir nicht allzu lange aushalten. Solange wir Venus, auch wenn es nur als scheinbare Liebesgöttin ist, in unserem Leben zulassen, dann besteht immerhin ein zaghafter Hauch einer Chance, dass wir diesen inneren lebensfeindlichen Kräften doch noch entfliehen können. Verleugnen wir Venus jedoch in unserem Leben, dann reduzieren wir unsere liebgewonnene Lebenserwartung auf ein absolutes Minimum und der formauflösende Tod unseres EGOs klopft schon Heute an unsere verschlossene Türe.

Wie sehr wir unserer inneren Venus innerhalb unseres idealisierten Dasein-Wollenden Lebensplanes eine Form von SEIN zugestehen wollen, wird aus dem reflektierten, „dummerweise“ gespiegelten Feedback unserer marsianischen Grenzüberschreitung sehr schön sichtbar.

Treffen unsere Pfeile der Bedürftigkeit auf ein avisiertes Terrain, welches die inneren Botschaften unserer sinnlosen Halbherzigkeit aufnehmen werden, dann scheint alles in bester Ordnung zu sein, es läuft quasi am sinnbildlichen Schnürchen, verweigert sich aber die Welt des NICHTICHs und stellt sich quasi schicksalhaft auf unseren Weg, dann sollten wir für einen venusischen Moment der einkehrenden Ruhe innehalten und nochmals über die Bücher unserer lunarisch gefühlten Bedürftigkeit gehen, denn dort liegt der schiefgewickelte Hase unserer merkurianisch formulierten Wünsche begraben, die unser innere Mars nun auf „Teufel komm raus” tatkräftig umsetzen muss, sodass er sich schon das eine oder andere Mal gehörig den Kopf in der Welt unseres gleichzeitig-seienden NICHTICHs anschlagen kann.

Mars als männlich erhärtetes aktives Glied der Grenzüberschreitung beherrscht das CLAVIskopal 6. Haus - der sinnlosen Taten und Handlungen mit animal roher und triebgesteuerter Gewalt, denn Mars ist nicht zum Denken da, sondern er schreitet einfach „nur“ blindlings zur Tat.

Zugleich bildet Mars auch das Ende der Ebene des ICHInnenkreises, er bringt auf einfache Art und Weise die Kraft und das Leid, welches wirklich in unseren formulierten Wünschen steckt, um das Ziel unserer lunarisch gefühlten Begierde bekommen zu können, basierend auf unsere venusischen Erkenntnissen der Vergangenheit, zum Ausdruck. Mars ist lediglich ein wagemutiger Erfüllungsgehilfe unserer inneren egozentrischen Sonne, nichts mehr und nichts weniger.

Mars ist die geballte Durchsetzungsenergie, die mit dem Kopf durch die sprichwörtliche Wand will, um als letzter Vertreter des vorasteroidären Bereichs den Willen der Sonne umzusetzen - wenn er es nicht packt, wer dann?

Er ist der an vorderster Front kämpfende Soldat, der keinen blassen Schimmer mehr davon hat, warum wir eigentlich in dem Krieg gezogen sind und warum wir uns einem angeblichen Gegner bis aufs Blut stellen müssen?

Im Unwissen, dass wir Menschen in Tat und Wahrheit nur immer gegen schattenhafte Geistergestalten unseres geteilten Selbst ankämpfen und die marsianisch geballte Hand tatsächlich gegen uns selbst erheben, kann es auch keinen heroischen Gewinner, wie es auch keinen armse(e)lig scheinenden Verlierer innerhalb unseres eigenen EGOSpiel des Menschen geben.

Eine heilsame Erkenntnis, welche bezogen auf ein ganzheitliches Verständnis eines ursächlich ungeteilten ALL-EIN-SEINs sogar noch einen Sinn ergibt.

Das CLAVIskopal ins Leben gerufene Prinzip, welches wir bei 0° des 6. Hauses vorfinden, ist ein Sinnbild dafür, wie unsere grenzüberschreitenden Handlungen real stattfinden werden. Mit anderen Worten ausgedrückt, mit welcher „Bewaffnung“ ziehen wir in „unseren“ egozentrischen Krieg gegen den Rest der Welt.

MARS

Das Prinzip der grenzüberschreitenden Tat, der sinnlose Versuch unseres EGOs sich in der Welt des NICHTs machtvoll durchsetzen zu wollen

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