Was als Körper gezeugt und geboren wurde, muss durch die gefühlte Bedürftigkeit auf Teufel komm raus am Leben erhalten werden.

Dieses Form erhaltende Konzept zwingt den Menschen unbewussterweise seine tuenden Taten und wollenden Handlungen in den polar einteilenden Dienst der Lebens-erhaltung unseres EGOs zustellen, sodass der schöpfungsbedingte Auftrag in unserer Brust wohl eher zu einem scheinheiligen Lippenbekenntnis verkommen wird, als dass uns unsere Taten ins vielgepriesene Licht führen werden, welches uns in Tat und Wahrheit nur noch mehr blenden, im Sinne von vom all-ein-seienden „rechten” Weg ab-bringen, wird.

Aus dieser Überlegung muss der Mensch gezwungenermassen der männlich Einfluss nehmenden Aktivität mehr Wert beimessen, als der mehrheitlich über-sich-ergehen-lassenden weiblichen Passivität, damit ist das Leben des Menschen mit dem Verlust der unbedürftigen Geistigkeit untrennbar verwoben, da er die auf den Kern des SEINs abzielende Frage nach dem ursächlichen „Warum?“ nicht ganzheitlich beantworten kann.

Da der Mensch im Angesicht seines lichtabhängigen SEINs in einer adamischen Welt zu leben scheint, in der der Stärkere (der Machtvollere) immer gewinnt, muss das passiv Weibliche als das nach dem Leben trachtende „Böse”, nicht nur denunziert werden, sondern es steht bekanntermassen auch für das Bild des schwachen Geschlechts. Damit wird das duale Prinzip der Gleichwertigkeit von Frau und Mann, von NICHTICH und ICH, von Himmel und Erde, von Jenseits und Diesseits vom im Lichte geborenen Menschen als unwahr abgestraft und rigoros vergewaltigt.

Der im Mensch gefühlte Mangel resultiert aus dem Umstand, dass wir durch unseren Übertritt in ein aktives Leben, der in sich selbst ruhenden Passivität nicht mehr über den sprichwörtlichen Weg trauen, denn was sich nicht willentlich selbst, im Sinne von „schöpferisch-kreierend“, von „Hier“ nach „Da“ bewegen kann, wird wohl kaum einen „göttlichen” Wunsch des Dasein-Wollens formulieren können, somit ist diese Form des unbeweglichen SEINs im Auge des Menschen tot und verliert damit gleichzeitig das ihm dennoch zustehende Recht auf Leben.

Weil wir aber schöpfungsbedingt innerlich hohl und leer sind, sind wir dazu verdammt diese Leere nur dann in uns zu spüren dürfen, wenn wir uns von „Hier” nach „Da” bewegen können, würden wir einfach nur „Hier” sein, würde dies bedingen, dass wir vorgängig der Schöpfung bedingungslos Trauen-Dürfen was aber als Preis der Heilung unsere egomanische „Freiwilligkeit” einverlangen würde und uns damit gleichzeitig eine Heidenangst einflösst.

Wenn wir davon ausgehen, dass nur im „Hier” der Tod auf uns „lauert”, dann ist auch verständlich, dass sich der Mensch permanent in einer wollenden Bewegung von „Hier” nach „Da” befinden muss, denn nur so kann er dem Tod ein vom Karren springendes „Schnippen” schlagen.

Damit wir uns überhaupt auf den Lob gepriesenen Weg machen werden, um die innere Leere, den geborenen Verlust unserer Sicherheit nicht Sterben-zu-Müssen nachhaltig überwinden zu können, sind wir gezwungen das ominöse „Da” in ein idealisiertes weisses Licht der eigenen Heiligsprechung einzutauchen, sodass die männlich-aktive Energie, die der Mensch zur Distanzüberbrückung bedarf, gleichermassen in den Himmel erhoben werden muss.

Da unser visualisiertes „Da” unserer idealisierenden Zielfokussierung in dem Moment in dem wir im „geliebten” „Da” angekommen sind, zu unserem neuen „Hier” mutieren wird, müssen wir wohl oder übel vor unserem ersten Schritt in Richtung „Da“ vollständig verdrängen, somit bleiben wir ein Leben lang in der wollenden Bewegung des innerlichen Auffüllens gefangen und verherrlichen diese ritualisierte Form unseres halbherzigen SEINs, die im Dasein die verlorengegangene Sicherheit einfach nur SEIN-zu-Dürfen zu finden hofft - als Folge davon stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt, welches durchaus als die Geburtsstunde des im Gedankengut des positiven Denkens beheimatete Ausspruch - „Der Weg ist das Ziel“ übersetzt werden darf.

Ein oberflächlicher Ausspruch, der in Wahrheit nur dem männlich expansiven Prinzip huldigt und letzten Endes dem männlichen Patriarchat das verheissungsvolle Wasser der scheinheiligen Glückse(e)ligkeit auf die Mühle des materiell adamischen Verderbens führen wird und damit kaum etwas mit ganzheitlichem Bewusstsein dessen was ist zu tun hat.

Das durch die Idee des positiven Denken ins jenseitge Nirvana unserer sich vom Rest abgrenzenden Selbstwahrnehmung verdrängte Negative, muss nun sein „Unwesen“ in dieser Welt treiben, um letztendlich die schöpfungsbedingte Harmonie nicht aus den Angeln zu heben. Ohne es zu wissen zwingt dieses adamisch kultivierte und riutell einteilende Konzept der Welt unseres NICHTICHs unsere „bösen“ Anteile auf, um diese im Anschluss mit unserem urteilsprechenden Fingerzeig abzustrafen. All das Negative dieser Welt kann nur dann restlos aufgelöst werden, wenn wir unsere scheinbar „bösen“ Anteile verantwortungsbewusst zu uns zurück nehmen und diese in eine erlöste Form bringen.

Würden wir uns jedoch unseren Zielen im Sinne der unbedürftigen Ganzheitlichkeit mit „Haut und Haaren“ widmen, im Sinne von, was erhoffen wir Stillendes für unser mangelhaftes SEIN in unseren Zielen tatsächlich zu finden und warum empfinden wir den Mangel als Mangel, dann könnten wir den in sich selbst „ruhenden“ Weg eines Bewussten gehen, denn wir müssten keinen Schritt mehr in ein besseres „Da“ zurücklegen, weil wir bekanntlich ALLES in uns tragen und wir könnten einfach nur „Hier“ bleiben.

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Wenn der innere Mangel uns zu nach Aussen gerichteten, aktiven Taten zwingt

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