Mit der Geburt ins weisse Licht, welches zugleich auch die Grundlage des Gefühls von einem unsichtbaren Ganzen losgelöst zu sein darstellt, macht sich die Sehnsucht im Menschen „Raum füllend“ breit, wieder in den verloren gegangenen Himmel heimkehren zu wollen. Dieser unbewusste Wunsch erwacht mit unserem ersten Schrei und mit unserem ersten tiefen Atemzug und soll der Welt verkünden, dass wir nun „Da” im Sinne von „Hier” sind.

Was vor wenigen Stunden im Mutterschoss noch in einer matriarchal-passiven Haltung einfach nur SEIN durfte, ohne dafür konkret wollend ETWAS tun zu müssen, musste nun durch eine unbewusst ablaufende patriarchal-wollende Überlebensstrategie unter willentlicher Einflussnahme unseres nunmehr bedürftigen EGOs seinen Weg der Sinn suchenden Erkenntnis gehen.

In dem Moment, in dem wir den schicksalhaften Übertritt von Dunkel (weibliche Passivität) ins Helle (männliche Aktivität) unter unsere „wackeligen” Füsse genommen haben, erfüllte uns, unser nunmehr vom NICHTICH-abhängige SEIN nicht nur mit der Angst vor dem Verlust des soeben geborenen Lebens, sondern wir fühlen uns unbewusst auch noch Schuld am matriarchalen Rauswurf.

Seit diesem einen Moment versuchen wir nun das „lähmende” Gefühl der Schuld, in gewisserweise nicht mehr in der Ordnung-zu-SEIN, mit dem halbherzigen Bestreben es dennoch irgendwie wieder zu schaffen „gut”-zu-sein, wieder auszumerzen, was die Taktfrequenz unseres eigenen Schicksals merklich erhöhen wird, denn um endlich wieder „gut”-sein-zu-können, im Sinne von ohne Schuld zu SEIN, fühlen wir unbewusst gezwungen ein- und verurteilende Bilder eines virtuell „göttlichen” SEINs erstellen zu müssen, an denen wir unsere heroischen Taten und Handlungen im nachhinein prüfend messen können, sodass wir uns Schulterklopfen selbst für unsere „göttlichen“ Taten lobpreisen dürfen.

Diese „himmlisch-seiende Göttlichkeit” wird uns jedoch in ein idealisierendes Wechselbad der Gefühle von „tue dies und lasse jenes” einbinden, welches uns ein Leben lang unterschwellig ermahnend den strafenden Finger zeigen wird, sobald wir den sog. „richtigen” Weg verlassen haben.

Mit der Geburt spüren wir nicht nur die Leere in unserer Brust, sondern wir merken zu-gleich auch, dass wir auf das wohlwollende Feedback der Welt jenseits unserer eigenen subjektiven ICHAbgrenzung überlebensnotwenig angewiesen sind - somit entscheidet dieses unfassbare NICHTICH scheinbar über Leben oder Tod unseres ICHs, was uns unbewussterweise ein Leben lang zwingen wird, unser nachhaltiges Überleben dem scheinheiligen NICHTICH-Vertrauen-Müssen zu schenken, was immer mit dem Verlust unserer idealisierten und hochgelobten „Freiwilligkeit” einhergehen wird, wenn wir denn völlig ehrlich zu uns selbst wären.

Ob wir uns der Welt des jenseitigen NICHTICHs in einer aktiven einflussnehmenden und Stirn bietenden Form entgegenstellen wollen, um so unser Überleben abzusichern, oder ob wir uns eher in einer passiv-abwartenden Haltung demutsvoll auf die Knie fallen lassen, kann aus dem geborenen CLAVIskopal ersinnten EGOPlan abgelesen werden.

Dabei ist es unerheblich für welche Form von SEIN sich unser EGO, als irdischer Auf-tragserfüller letztendlich entschieden hat, wichtig ist nur, dass wir im Rahmen unseres einverleibten Auftrags erkennen, woran es uns innerlich tatsächlich mangelt, wonach unsere „Seele” wirklich dürstet, um sich wieder sicher-fühlen-zu-können.

Nur so sind wir in der Lage die Welt unseres eigenen NICHTICHs dahingehend zu durchforsten, damit wir dereinst das wieder in uns integrieren können, woran es uns „leibhaftig“ mangelt.

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Wer geboren ist, dem mangelt es - an?

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